(25|06|10) «Stoppt die Hundemafia» fordert der Schweizer Tierschutz STS
mit einer von 11 000 Personen unterschriebenen Petition, die er heute Freitag dem EVD,
Frau Bundespräsidentin Doris Leuthard, übergeben hat. Der STS begrüsst
gleichzeitig die angekündigte Revision des Tierseuchengesetzes, welche dem illegalen
Hundehandel einen Riegel schieben soll.
Das miese Geschäft mit dem illegalen Welpenhandel läuft meistens nach demselben Schema
ab: Treffpunkt ist irgendein anonymer Parkplatz. Der Hundehändler öffnet die Türe
seines Transporters, in dessen Inneren sich zahlreiche erschöpfte, winselnde kleine
Welpen in schlechtem Zustand befinden. Der «Dealer» übergibt die «Ware» seinem neuen
Besitzer gegen Barzahlung und macht sich schleunigst aus dem Staub. Etliche dieser
Hundebabys überleben nur wenige Tage oder werden zu Dauerpatienten beim Tierarzt. «In
der Regel stammen die Welpen aus osteuropäischen Massenproduktionen und wachsen dort
unter den schlimmsten Bedingungen auf», erklärte die Tierärztin und STS-Hundefachfrau,
Julika Fitzi, heute Freitag vor den Medien in Bern.
Seit Jahren kämpft der Schweizer Tierschutz STS gegen solche kriminelle Machenschaften
der internationalen Hundemafia an. Couragierte Mitarbeiterinnen des STS haben im
vergangenen Jahr illegalen Hundehändlern eine Falle gestellt, sodass diese von der
Polizei auf frischer Tat geschnappt werden konnten.
So einfach geht es: Per Mausklick ist der angebliche Traumhund rasch bestellt und wird an
einen Übergabeort angeliefert. Doch der STS warnt ausdrücklich vor solchen Praktiken, da
sich viele kriminelle Anbieter aus dem Ausland im Internet tummeln. Gabriela Calzavara vom
kantonalen Veterinärdienst St. Gallen ergänzte an der Pressekonferenz, das von
Tierschützer/Innen praktizierte Einschleppen von Heimhunden aus Italien und Spanien sei
allerdings ein ebenso grosses wenn nicht ein noch grösseres Problem. Peter Rub,
Präsident Schweizerische Kynologische Gesellschaft, betonte, dass sich Interessenten vor
einem Welpenkauf vergewissern sollten, unter welchen Bedingungen die Welpen aufgezogen
werden.
Gesetzlichen Riegel schieben
11 000 Unterschriften hat der STS für seine Petition «Stoppt die Hundemafia» gesammelt
und heute dem Eidgenössischen Volksdepartement EVD, der Bundespräsidentin Doris
Leuthard, übergeben. Denn nur mit strengeren gesetzlichen Vorschriften könne dem
kriminell organisierten Hundehandel ein Riegel geschoben werden, so die Meinung des STS.
Die Behörden sind jedoch nicht untätig geblieben: In einem Vorentwurf zur Revision des
Tierseuchengesetzes soll das sogenannte Hausierhandelsverbot, das bis jetzt nur für
Nutztiere gilt, auch auf Hunde ausgeweitet werden. Auch das Anbieten einer Auswahl von
verschiedenen Hunden von einem «fliegenden Händler» würde gemäss Aussagen des BVET
gegenüber dem STS unter dieses Verbot fallen. «Der STS befürwortet ausdrücklich die
neue Bestimmung im Tierseuchengesetz, denn wenn das Verbot des Hausierhandels von unseren
Behörden konsequent umgesetzt wird, dann haben wir unser Ziel erreicht», meinte
STS-Präsident Heinz Lienhard.
Dies könne auch eine Signalwirkung auf die internationale Hundemafia haben. Da der
(bereits bestehende) Begriff Hausierhandel allein noch zuwenig präzise ist,
fordert der STS aber, dass der Bundesrat in seiner Botschaft die Zielrichtung dieser
Bestimmung nochmals klarstellt. Nur dann werden die Gerichte später in der Lage sein, die
neue Bestimmung mit Hilfe einer historischen Auslegung auf den internationalen Hundehandel
anzuwenden.
Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS; Telefon 061 365 99 99
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